Ausgangssituation & Herausforderung
Handwerkzeuge mit integriertem Display und visuellen Rückmeldungen im Sichtbereich des Bedieners stellen erhebliche ergonomische, medizinische und kognitive Anforderungen an das Design. Prototyp A überschritt bei Frequenzen von 30–40 Hz den EU-Auslösewert von 2,5 m/s² mit durchschnittlich 3,8 m/s², was die tägliche Expositionszeit auf unter 2,7 Stunden begrenzte – inakzeptabel für professionelle Anwendungen. Die kritischste Greifzone am Zeigefinger erreichte 42 N und überschritt damit den Dauerbelastungsgrenzwert von 30 N bei Einsatzzeiten über 60 Minuten.
Unser Vorgehen
Strukturierter 14-wöchiger Reviewprozess mit 18 Workshops und 6 Prototypen-Iterationen durch ein interdisziplinäres Team aus sechs Experten: zwei Medizinern (Orthopädie & Neurologie), zwei Ingenieuren (Mechanisches Design & HMI/Display) und zwei Psychologen (Kognition & Arbeit). Die Expertenpaare analysierten zunächst unabhängig voneinander, bevor in Konsens-Workshops eine gemeinsame Bewertungsmatrix aus zehn Kriterien entwickelt wurde. Bewertungsdimensionen umfassten Medizinische Sicherheit, Ergonomie, Display-Usability, Kognitive Eignung, Technische Qualität und Nutzerzufriedenheit.
Ergebnis
Prototyp B erzielte in allen sechs Bewertungsdimensionen signifikante Verbesserungen gegenüber Prototyp A: durchschnittlich +28,5 Punkte (+46 %). Das Gel-Dämpfungssystem senkte die Vibrations-Hauptresonanz auf 1,9 m/s² (Konformität EU 2002/44/EG) und ermöglicht Expositionszeiten von über 8 Stunden pro Tag. Der NASA-TLX-Gesamtscore sank von 51,2 auf 36,2 (–29 %). Der Gesamt-ErgoScore liegt bei 8,4/10. Das Expertenteam erteilte die Freigabe für die Serienentwicklung unter Einhaltung der Pflichtanforderungen: Display-Mindestschriftgröße 14 pt, maximal 5 simultane Informationselemente, Display-Position oberes Geräterücken oder linkes Seitenpanel (je 15° Neigung), Vibrationsdämpfung Klasse I und Griffwinkel 15°.